Tag 3: Von Wutha nach Zella-Mehlis…

… oder „Der Tag der Schmerzen!“
Nach dem Frühstück haben wir uns erst einmal in Rewe-Markt um die Ecke mit Lebensmitteln für die nächsten zwei Tage eingedeckt. Denn unsere Mittagspause wollen wir ja weiterhin irgendwo unterwegs verbringen und nicht in einem Gasthaus.
Schon beim ersten Aufstieg gab es die ersten Schmerzen, nicht nur in den Beinen, aber das sollte noch heftiger werden.

Sommerrodelbahn

Sommerrodelbahn am Rennsteig

 

Es war klar, dass heute die Bergetappe der Tour vor uns lag, aber, dass es so heftig werden sollte, war niemandem klar.
Der erste Teil des Weges zum Rennsteig war nicht so schön zu fahren, da wir uns über die Landstraße nach oben schrauben mussten. Doch als der Rennsteig-Radweg dann in den Wald abbog wurde aus der geteerten Decke eine Schotterpiste. Und stetig ging es nach oben! Immer wieder kamen uns LäuferInnen mit Begleitfahrrädern und Startnummern entgegen. Sollte heute der bekannte Rennsteig Marathon stattfinden?
Erst viel später wurden wir über den Lauf aufgeklärt.
Zwischenzeitlich wurden die Anstiege immer steiler und der Radweg immer schlechter. Da unser Ziel Zella-Mehlis bereits gebucht war, gab es aber kein zurück mehr! Gegen Mittag hatten wir dann gerade erst 23 km zurück gelegt, aber bereits fast 300 Höhenmeter bezwungen.

Mittagspause Rennsteig

Mittagspause Rennsteig

 

Die Mittagspause fiel ziemlich kurz aus, da uns klar war, dass noch fast 60 km vor uns lagen und wir keine Zeit zu verschenken hatten.
Leider kamen wir kurz nach unserer Pause vom Radweg ab und befanden uns auf dem unbefestigten Wanderweg mit Steigungen, die selbst unser Kletterass Uli nicht mehr bezwingen konnten. Nun bekam der Begriff „Radwandern“ eine ganz neue Bedeutung!
Solche Steigungen schiebend mit dem Rad zu bezwingen ist wirklich kein Spaß. Wenigstens kamen wir so mit zwei Läufern ins Gespräch, die uns erzählten, dass sie Teilnehmer am „Rennsteig non stop“ seien und bereits am gestrigen Freitag um 18 Uhr gestartet seien. Die Gesamtlänge dieses Laufs sind 168 km und die letzten ca. 35 km hatten sie noch vor sich!
Wahnsinn! Später haben uns dann Streckenposten erzählt, dass 110 LäuferInnen gestartet und derzeit nur noch 60 im Rennen wären. Der letzte Läufer würde gegen 22 Uhr im Ziel ankommen. Natürlich haben wir den LäuferInnen unseren Respekt ausgedrückt und bekamen unsererseits ebenfalls Respektsbekundungen, da wir mit den Rädern und dem Gepäck auf der Piste waren. Wir waren ein wenig irritiert!
Kurze Zeit später verstanden wir warum. Es ging noch steiler über Wurzeln und Steine nach oben! Mittlerweile waren wir auf fast 900 Metern über n.N.

Wir hatten uns vollkommen verfahren!

Blick in die Karte

… leider die Wanderkarte ^^

 

Rennsteig Höhenprofil

Da sind wir jetzt. Es ist nicht mehr weit…aber hoch!

 

Auf der Bergstation des Großen Inselbergs (916 m ü.n.N) legten wir eine Rast ein um uns neu zu orientieren. Es war klar, dass wir nicht weiter dem Rennsteig-Radweg folgen würden, da die Wegbeschaffenheit nicht für Reiseräder mit Gepäck geeignet war. Also runter ins Tal in Richtung Schmalkalden. Leider ging die Abfahrt über Kopfsteinpflaster und erst viel später über eine gesperrte Landstraße, die wir trotzdem nutzten. Nur die linke Spur war befahrbar und überall lag Splitt auf dem verbliebenen Straßenabschnitt.
Nun mussten wir unser Ziel über andere Wege erreichen. Das führte leider dazu, dass wir noch zwei Mal auf über 700 Meter ü.n.N rauf mussten, bevor wir die wunderschöne Abfahrt nach Zella-Mehlis genießen konnten.
Wobei genießen nur bedingt der Fall war. Ich hatte mehrfach bei den Aufstiegen mit Wadenkrämpfen zu kämpfen und konnte einige steile Anstiege nur noch mein voll bepacktes Rad schieben. Das machte keinen Spaß!

Als wir gegen 18 Uhr im Hotel Stadt Suhl ankamen war ich völlig fertig. Wir hatten in knapp 6 Stunden Fahrtzeit zwar „nur“ 74 Kilometer zurückgelegt, aber stolze 1.500 Höhenmeter bezwungen!
Meine Pulsuhr zeigte mir an, dass ich 3940 Kalorien verbraucht hatte und so fühlte ich mich auch.
Nach einer Dusche und einem sehr guten Abendessen ging`s dann recht früh ins Bett. Warum wohl? 😉

Am vierten Tag heißt unser Ziel Fladungen und die Strecke soll flacher sein…..
Ich bin sehr gespannt….

Euer Holger

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