3. Etappe: Von Sainte Marie aux Mines nach Guebwiller

Dienstag, 01.07.2014
Nach einem super Essen und einigen Mineralgetränken und einer zu kurzen Nacht (natürlich haben wir uns das WM Spiel der Deutschen angeschaut), gab es ein super Frühstück auf dem Bauernhof. Mit Wurst aus eigener Herstellung und leckerem Kaffee konnten wir uns auf den langen Tag in den Vogesen einstimmen.

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Übrigens wird in knapp 2 Wochen die Tour de France ebenfalls teilweise auf unserer Strecke unterwegs sein:

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Nachdem wir mit dem Herbergsvater unsere Route durchgesprochen hatten, bestiegen wir unsere Fahrräder und machten uns auf den Weg. Dieser sollte uns die nächsten 2 Stunden stetig bergauf führen Anfangs über eine Schotterpiste, denn wir wollten nicht auf die am Vortag mühsam erkämpfen Höhenmeter verzichten, dann weiter auf der Straße zum Col du Bonhomme

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und von da aus weiter auf der Route des Crétes, vorbei am Lac Vert zum Col de la Schlucht, über den Markstein um den Lac de la Lauch
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bis an den Fuß des Grande Ballon, den wir dann aber nicht mehr befuhren. Auch wenn es „nur“ noch knapp 10 km bis zum Grande Ballon waren, aber ich war einfach zu fertig!
Das war meine erste und vermutlich auch letzte Erfahrung mit dem Fahrrad in einem Mittelgebirge. „Wenn wir erst mal auf der Route des Crétes sind, dann ist das kein Problem mehr!“ Hieß es bei der Vorbereitung. Allerdings hat mir niemand gesagt, was es heißt, sich mit meinem Gewicht und dem Gepäck am Fahrrad (auch wenn es diesmal nur 2 Satteltaschen sind), auf über 1220 Meter ü.n.N. hinauf zu schaffen! Und die „kleinen“ Steigungen, die dann immer mal wieder kamen, haben mich zum Teil einfach überfordert. Klar, es ging immer mal wieder einige Meter hinunter, aber nur, um kurz darauf noch höher und steiler wieder hinauf zu fahren zu müssen! Eine Quälerei sag ich euch! Heute war ich nur einmal nass geschwitzt und zwar so richtig nass und zwar den ganzen Tag!
Noch was zum Wetter! Der Tag begann super sonnig und wir befürchteten schon, dass unser Sonnencreme nicht ausreichen würde,  aber auf knapp 1230 m ü.n.N weht ein frische, teilweise sogar kalter Wind, sodass ich ständig beim bergauf fahren die Jacke ausziehen und sobald es wieder hinunter ging, selbige wieder anziehen musste.

Immer wieder gab es Abschnitte, die ich nur schiebend hinauf kam. Es ging nix mehr!
Natürlich gab es auch immer wieder Pausen, in denen wir uns mit regionaltypischen Getränken bei Laune hielten:

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Diablo Menthe – natürlich ohne Alkohol!

Die Aussicht war fantastisch und es gab auch immer wieder Kraft, von den vielen Rennradfahrern begrüßt oder hier und da auch angefeuert zu werden. Trotzdem war es eine Quälerei!
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Die letzten 15 km auf der Route des Crétes fuhr ich dann unter Schmerzen im rechten Oberschenkel und konnte am Berg keinen Druck mehr auf die Pedalen bringen – echt ätzend!
Doch dann erwartete uns eine Abfahrt über 20 km die wahnsinnig Spaß bereitete! Allerdings musste ich mir erstmal einmal ein trockenes Radtrikot und eine Regenjacke anziehen, da es mittlerweile ziemlich kühl geworden war. Mit fast 70 km/h schossen wir dann den Berg hinunter! Da war ich froh, dass ich neue Bremsbeläge aufgezogen hatte, das kann ich euch sagen. Die letzten paar Kilometer zu unserem Gästezimmer waren dann ein Klacks, da es stetig bergab ging und wir mit einer angenehmen Geschwindigkeit schnell unser Ziel erreichten. Hier unten im Tal war es angenehm warm und endlich fror ich auch nicht mehr.
Insgesamt hatten wir heute 84 km und 1300 Höhenmeter bewältigt!
Ich bin schon stolz drauf, auch wenn ich nicht jeden Kilometer im Sattel saß.

Unsere Auberge in Guebwiller: http://www.chambre-hotes-guebwiller.fr/index.html

Und das hier war die geplante Route:

Wie immer wird die konkret gefahrene Route nachgereicht!

Deinen Senf dazu geben: